die klimaanlage frisst sich mir in die knochen, ähnlich wie der kalte stein, der sich durch mein kleid durch auf die nieren bricht. geschäftiges treiben, man wünscht sich gelegentlich doch ein wenig sonne, so viele sprachen, die ich nicht spreche, nachdenken darüber wieso es eigentlich schlüsselbein heißt, eben, weil es alles ist, auf das ich in den letzten minuten in der ubahn starren konnte. feine aber immer noch weiße, etwas dunkle abgesetzte linien, der geruch von meer, der gute, nicht der, der dich keinen fisch mehr essen lässt. das schiff ist groß und orange und schiebt sich durch die einfahrt zum meer richtung staten island wie einer dieser kolosse, die an panzer erinnern. mir fällt auf - ich bin nicht die einzige hier mit hunger auf eindrücke und erlebnisse und mit dem wunsch, die freiheitsstatue zu sehen - die frage danach, wie sie und welche eindrücke sie an sich reißen werden. dabei überschattet mein wunsch nach meer doch eigentlich alles andere, die hitze setzt zu, meine betriebstemperatur ist normalerweise bei zweiundzwanzig grad celsius. ich weiß, dass sie hier von fahrenheit sprechen, ich weiß, dass sich das alles noch merkwürdiger anhört als die geringere temperaturangabe in celsius.
sie strömen alle zu einem der ausgänge, zu einem der plätze, an dem die fähre anlegen könnte; menschen mit sonnengesichtern sonnenhüten sonnenkameras sonnenschirmen, verbrannt vergessen verwirrt. hätte den schal mitnehmen sollen, der klimaanlagenfrost hält die schulterblätter fest, kritischer moment im mittelhandknochen.
billiges parfüm, bretzeln, der geruch von kaffee, den ich nicht mag. mir ist schwindelig, ich hätte gerne einen dieser cupcakes von der unaufgeregten lenox avenue in harlem, kurz vor der ecke, wo alte männer im schatten vor ihren häusern sitzen und der hitze harren. gegenüber brownstownhäuser mit eingängen, die gemütlicher sind als jeder hauseingang in londons nobelvierteln, geräusche vom park die straße herunter, lachende kinder, die panisch schreiende frau, die ein auto fast totgefahren hat. irgendwie zu viele ungeordnete eindrücke, zu viel chaos, muss immer noch ankommen.
nur diesmal habe ich wirklich das meer gehört und nicht die autobahn.
der mann im bus, der sich die ganze zeit zu fragen scheint, was ich eigentlich für eine figur bin, schaukeln, die frau im bus, die sich durch ihre sonnenbrille hindurch das gleiche zu fragen scheint. die angenehme gewissheit, dass mir das eigentlich egal sein kann: auf einmal niedrige häuser, die unendlich lange straße zurück zur fähre, der zug hat so geklungen wie ein flugzeug auf der startbahn, dann wieder das altertümliche geratter, das an filme aus den sechzigern erinnert.
but I won't say a thing
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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.
ich danke dir.