Donnerstag, 22. November 2012

let go / château



Das ist kein Abschied. Das ist meine Art und Weise mit der Situation umzugehen. Vielleicht lebt man sich wieder irgendwann, vermutlich ist das das jeweils schmerzhafteste am Menschsein, braucht all das hier, um die guten Zeiten zu relativieren, sie sogar erst erleben zu können. Ich blute lieber aus, als alles immer bereuen zu müssen; mein Herz auf einem Silbertablett, da ist kein Fehler daran, Herzen, wohl noch größer als Elefanten im Porzellanladen. Fragil wuchtig, ganz simpel gesagt. Am eigenen überhebt man sich am meisten, die Kunst, erst sich selbst tragen zu können, ein Wummern, ein Brummen, der Kolibri, den man immer beruhigen muss. Such dir jemanden, der dir nicht wehtut. Und dann das Schizophrene daran, ich atme Dinge aus, auf die ich gerne zurückblicke, dokumentiere Verfall. Es könnte Trost geben, den es gilt zu sehen, zu erkennen, zu buchstabieren.


haben sie mal
darüber
nachgedacht wo
das hinführt

mir wird das herz
ganz schwer

You said hello
You passed me by
You said your heart was lost
You left your world exposed, long gone
You left your voice inside
And you're far away
She's got it

3 Kommentare:

  1. Ich denke zur Zeit viel über "diese andere Person" nach und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass "jemand, der dir nicht wehtut" nicht reicht. Zumindest nicht, wenn man nicht weiß, ob man sich nicht selbst wehtut. Oder man vielleicht sogar selbst derjenige ist, der wehtun könnte. Da "könnte" reicht auch schon. Diese Möglichkeit macht mir Angst. Dass ich mir selbst nicht trauen kann, ist eine Erkenntnis, die mich so unsicher macht wie sonst kaum etwas. Und es macht mich ganz starr. Ich will (oder kann?) mich in meiner Verletzlichkeit, in meinen Gefühlsnarben, nicht von anderen mittragen lassen. Ich dachte, wenn ich nur einen Menschen finde, der versteht, würde es reichen, ich könnte loslassen. Aber jetzt, wo da jemand ist, kann nicht aus meiner Haut, komme nicht aus meinen Gedanken raus, da ist immer diese Schlucht zwischen mir und anderen.
    Entschuldige. Das ging mir nur durch den Kopf, als ich deinen Text las. Schreib mir, wenn du magst, wie es dir geht.

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    1. Du hast recht. Es reicht nicht aus, "nur" jemanden zu finden, der einem nicht wehtut. Zuerst steht da die Liebe zu sich selbst, der Umgang mit sich selbst, man muss sich selbst erst tragen können, bevor man andere tragen kann. Ich konnte das die letzten Jahre nicht, ich habe mich immer in mir verlaufen und bis zu einem gewissen Grad tue ich das immer noch.
      Diese Kluft ist das schwerste, finde ich, das kannst nur du entfernen. Bei mir war es der Moment, als ich keine Angst mehr vor der Angst hatte. Das ist mit die schönste Lektion der letzten vier fünf Monate. Ich kann da nicht wirklich viel Rat geben oder viel dazu sagen, weil ich es nur aus meiner Sicht sehe und kenne und gefühlt habe. "Die andere Person". Hm. Ich mag nicht mehr im Konjunktiv leben, der macht alles kaputt. Hätte wäre könnte wenn aber wieso. Die Bewertung einer Situation ist im Nachhinein nicht revidierbar. Man kann daraus lernen, man kann für die Zukunft daraus lernen, für sich, nicht für andere. Ich mag auch keine Angst mehr haben, zumindest ich mag nicht mehr weglaufen, ich werde weiterhin extrem vorsichtig sein, aber ich gebe mir selbst lieber eine Chance, als mir das zu verwehren, was mir bevorstehen kann.
      Die Distanz zwischen einem ich und einem du, ja, wie bekommt man das weg? Sehr gute Frage, das habe ich auch sehr lange bearbeitet in mir. Das hat wehgetan, sehr wehgetan, aber irgendwie... Ich weiß nicht, man kann das auf mein Urvertrauen in andere schieben oder dass ich das alles eigentlich immer immer immer nochmal seziere und schriftlich festhalte, ne Art Auseinandersetzung... Du siehst, ich kann es nicht begründen, aber wenn ich es kann, sage ich es dir.

      Und wie geht es dir?
      Ich lebe und ich atme und verarbeite und es pulsiert alles durch meinen Körper und das wird nicht weggehen, alle anderen pulsieren immer noch durch mich, aber es ist keine Liebe mehr, es ist teilweise Dankbarkeit.

      Wenn dir noch etwas dazu einfällt, kannst du mir hier auch gerne schreiben oder irgendwann reden wir mal drüber, an den Landungsbrücken.

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  2. Hm, ich bin ein Mensch, der sich scheinbar im Konjunktiv sehr wohl fühlt. Und ich will mich damit nicht abfinden, habe es aber auf gewisse Art schon längst getan. Eine Freundin schrieb mir letztens u.a.: "Und ich mag den Gedanken deiner schlechten Seiten nicht. Ich weiß nämlich glaube ich sehr gut, was du meinst. Aber es ist gut, dass du dass erkennst. Obwohl, ich weiß nicht, du bist so der Typ, es trotzdem zu ignorieren." Und sie hat recht, ich verliere mich sehr gern in der Angst vor dem Unabänderlichen. Momentan sehe ich einfach nicht den Punkt, an dem ich ansetzen kann, um mir diese Angst zu nehmen.

    Dankbarkeit, ja. Ich kann das vestehen. Für mich kam dieses Gefühl aber immer (naja, so recht eigentlich nur einmal) sehr spät. Und nie ist es vorherrschend, weil ich mich auf so eine verdrehte Art wohlfühle in meiner Verletztheit und will, dass es nicht nur wehtut, sondern sogar wichtig ist, dass es wehtut, dass es >mir< wehtut. Das ist aber ein Schmerz, der ganz anders ist von dem, der immer da ist, der ganz unegoistisch ist und den man gar nicht will, gar nicht mag.

    Das ist eine schöne Idee, an den Landungsbrücken lässt es sich sehr schön sitzen und über solche Dinge reden.

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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.

ich danke dir.