Vierundzwanzig Uhr schaltet man die Lichter aus, jedes zweite, das ganze Viertel, die ganzen Straßen entlang. Am Eck sitzen sie noch und reden, es wird langsam zu kalt nachts, weißt du, das waren auch wir so oft. Oder waren wir dort schon immer, ob unsere Handabdrücke noch auf den Fensterbrettern aus Sandstein sind? Ob wir dort etwas hinterlassen haben, was wir sonst weder finden noch so wirklich suchen können?
Es weht kalt von Norden, die freie Fläche, ich laufe immer in ihn und seine fehlende Körperspannung hinein. Die Heizung zu Hause schalte ich nicht an, weil ich frieren will. Immer alles geisterhafte oder Menschen, die nicht gut tun, aus sich herausfrieren, das hat auch gut geklappt im Januar in der Psychiatrie.
Ich fülle Bücher, weil ich genau weiß, dass sie niemand außer mir lesen wird. Hochbeschäftigung, Selbsterhaltungstrieb. Verschwindet der Atem nicht auch einfach nur im Kopf? Die Sirenen, die in jedem Land anders klingen und ihr Flackern. Achtung, Baby. Achtung.
In den TV-Sendungen beschäftigen sie sich mit den existenziellen Fragen, zumindest Glauben sie das. Währenddessen fließt mir die Zeit aus den Fingern. Trotzig, ja, beinahe wütend sage ich: ich will, ich will, ich will. In der Zwischen-, der Wartezeit das Entweder/Oder. Loslassen. Das ist beinahe so wie mit dem Koffer packen in letzter Minute. Mein Kopf schmerzt, immer alles Last Minute. Sehr selten eine Wut so groß, dass ich weinen mag; die reinigende Wirkung des Blutens auf Papier, leider seltener. Ich fasse gerne an, fühle gerne Worte. Schon seit einem halben Jahr fühlen sie sich nicht mehr an wie Schleifpapier und doch strengen mich manche Prozesse an. Das in Gang kommen, Rhythmus in den Tag bringen. Dann wieder: ich will, ich will, ich will. Der stete Tropfen, der nicht unbedingt den Stein höhlt, auf jeden Fall aber nicht meinen.
Und die Erkenntnis, dass andere in so vielem, was mir wichtig ist, so viel besser sind. Da tun Worte genau zum richtigen Zeitpunkt weh und da ist das Auge genau an dem Ort, an dem es sein soll. Es ist in Ordnung, es heißt nicht, dass das vorbei ist. Dass man aufhört. Und sei es nur, dass man es für die Kiste neben dem Bett tut oder für das große Buch mit den zu vielen leeren Seiten, die ich von Wohnung zu Wohnung mit mir herumtrage.
Wir zählen die Tage herunter, zumindest sagen wir das. Um mich herum alles allein, aber nicht einsam.
Es weht kalt von Norden, die freie Fläche, ich laufe immer in ihn und seine fehlende Körperspannung hinein. Die Heizung zu Hause schalte ich nicht an, weil ich frieren will. Immer alles geisterhafte oder Menschen, die nicht gut tun, aus sich herausfrieren, das hat auch gut geklappt im Januar in der Psychiatrie.
Ich fülle Bücher, weil ich genau weiß, dass sie niemand außer mir lesen wird. Hochbeschäftigung, Selbsterhaltungstrieb. Verschwindet der Atem nicht auch einfach nur im Kopf? Die Sirenen, die in jedem Land anders klingen und ihr Flackern. Achtung, Baby. Achtung.
In den TV-Sendungen beschäftigen sie sich mit den existenziellen Fragen, zumindest Glauben sie das. Währenddessen fließt mir die Zeit aus den Fingern. Trotzig, ja, beinahe wütend sage ich: ich will, ich will, ich will. In der Zwischen-, der Wartezeit das Entweder/Oder. Loslassen. Das ist beinahe so wie mit dem Koffer packen in letzter Minute. Mein Kopf schmerzt, immer alles Last Minute. Sehr selten eine Wut so groß, dass ich weinen mag; die reinigende Wirkung des Blutens auf Papier, leider seltener. Ich fasse gerne an, fühle gerne Worte. Schon seit einem halben Jahr fühlen sie sich nicht mehr an wie Schleifpapier und doch strengen mich manche Prozesse an. Das in Gang kommen, Rhythmus in den Tag bringen. Dann wieder: ich will, ich will, ich will. Der stete Tropfen, der nicht unbedingt den Stein höhlt, auf jeden Fall aber nicht meinen.
Und die Erkenntnis, dass andere in so vielem, was mir wichtig ist, so viel besser sind. Da tun Worte genau zum richtigen Zeitpunkt weh und da ist das Auge genau an dem Ort, an dem es sein soll. Es ist in Ordnung, es heißt nicht, dass das vorbei ist. Dass man aufhört. Und sei es nur, dass man es für die Kiste neben dem Bett tut oder für das große Buch mit den zu vielen leeren Seiten, die ich von Wohnung zu Wohnung mit mir herumtrage.
Wir zählen die Tage herunter, zumindest sagen wir das. Um mich herum alles allein, aber nicht einsam.
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Genau das ist es ja - es muss nicht immer mit Schmerzen unterlegt sein. Zwar läuft mir das Blut die Beine herunter, das hat man bestimmt schon mal gesehen, aber es zwiebelt nicht mehr zu arg.
Der Mann, der mir in der Buchhandlung gegenüber sitzt, er wartet auf irgendwen und deshalb brennen seine Augen durch den Raum. Ja, vielleicht sollte man mal wieder mit der Bahn zur Endhaltestelle fahren und einfach nur zuhören; man könnte all die Bücher lesen, die man sich voller Begeisterung gekauft, auf den Stapel auf dem Fensterbrett gelegt und danach nicht weiter angesehen hat. Die Ideen anderer Menschen.
Man könnte über ihn schreiben und seine Kerben oder über ihn und die Schatten, die auf dem einen Foto auf seinem Gesicht liegen. All diese Spiegel vor Augen, einfach schreiben, sich selbst in dem Prozess schreiben, sagen: ich will doch nur nach Hause.
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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.
ich danke dir.