Donnerstag, 31. Oktober 2013

down from the ceiling drips great noise

Untitled by smallcutsensations

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Man hält sich am Tiefengrund fest. Er brennt so schön, ähnlich wie Chlor. Sie steht in der Badewanne, knöcheltief drin. Es brennt so schön, sagt sie. Dann riecht es lange Zeit nach Schwimmbad. Die Gardinen sind schon zersetzt. Also die, die nie jemand je aufhing. Lass es sein, lass es sein. Irgendwo am anderen Ende der Welt schlägt jemand die Bettdecke auf. Ob es fröstelt? Ob es jemals gefröstelt hat an den Beinen? Selbst bei den Fragen nach dem richtigen Profil für den Winter? Ihre Knie, die, die sie sich aufgeschlagen hat beim Laufen auf Laub, die, die schon immer etwas anfällig waren. Physiotherapie und die Mischung aus Eis und Elektro, kein Nutzen. Am Ende war es nur der Rücken, der gelegentlich so aussah wie ein Schmetterling.

Die Rippen nach unten zählen. Links, rechts, links. Verständlich, dass es sie beunruhigt, sie zählt schon vor jeder Berührung mit, ist verwundert, dass die Brüche wieder verheilt sind. Die am Brustkorb, die an den Schlüsselbeinen, die tun nicht mehr weh. Dann ihre Mutter, die sagte, dass sie an gewissen Tagen gewisse Dinge nicht tun kann. Das Telefon, das durch den Flur schallt. Es riecht nach Kaffee und Zigaretten, nach Staub und imaginärem Linoleum auf dem Boden. Darunter sind Dielen, in den Spalten zwischen den einzelnen Bohlen lagert sich der Straßendreck ab, hier und da auch die eine oder andere Erinnerung. Sie packt sie weg. Es ist leicht, das muss das Chlor sein.

Dann mein persönlicher Auftrag: ein Foto, eins von ihm, irgendwann, eins, das so trifft, dass es auch ihm den Atem verschlägt. Abziehbilder sortieren: das ist beinahe so wie das Betrachten einzelner Hautzellen. Der Nagel reißt ein, das ist der einsame Rücken, der lange Nacken, er spiegelt sich im Ochsenblutboden.

Und ich weiß, dass es deswegen ist, dass ich nie (nach-)gefragt habe, dass ich die Namen aufgesogen habe, sie aber wieder vergessen habe. Nicht von Belang. Nicht von Belang für sie. Die Menschen da oben, die, durch die ein ähnliches Stück Blut fließt. Es bleiben Lücken, die ich nicht ausfüllen kann.
Die Felder, an die ich mich erinnere; ein Tag im Juli, eine Geburtstagsfeier, posieren auf der Wiese vor dem Hühnerstall. Wie sie alle nur sagten Oma Linde, wie ich sie nie kennenlernte, wie die anderen Leute dort mit mir verwoben waren, lose. Ich wollte nie Teil ihres Puzzles sein.


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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.

ich danke dir.