Mittwoch, 24. August 2011

human skin can be hard to live in

Untitled by smallcutsensations
Irgendetwas muss doch noch schief gehen. Ich gestehe: wenn es mir gut geht, bekomme ich Panik. Dann glaube ich an die Aussage der Wahrsagerin, zu der man mich letztes Jahr in London geschleift hat: "Du wirst alles verlieren." Dann hängt über der Stadt der fade Geruch von abgestandenem Rauch, dann erinnere ich mich daran, dass ich doch noch tanken fahren wollte; ein Liter Super für einen Euro und fünfzig Cent - wer hat sich denn bitte die Währungsnamen ausgedacht - trotz halbgefülltem Tank, sinnlos - scheinbar - bin ich durch die Landschaft gefahren, Spitzkehren auf dem Weg Richtung Teplice, in den dritten Gang schalten wäre hilfreich gewesen, hinter mir alles frei, vor mir ebenfalls, also was soll es schon schaden länger zu brauchen als angenommen. Ich bin nicht gestorben, ich habe nichts zerstört; am Auto fahren habe ich zu sehr Gefallen gefunden, an dem Sonnenbrand auf dem linken Teil meines Oberkörpers nicht; Stereoanlage mit Bildschirm, aus Hongkong, klingt gut, die Playlist, die ich für die Fahrt erstellt habe, passt zur Strecke, vielleicht ist es aber auch ein wenig zu warm und ich denke nicht mehr klar; vielleicht spreche ich mir da aber auch ein bisschen zu viele Probleme zu. Die Angst vor dem Schlag in die Magengrube, die Angst vor den Depressionen - lähmend, verängstigend, die eigentliche Panik. Vielleicht wollen sie mich ja doch nicht bei sich haben, großes Grundmisstrauen, ich baue eine Mauer. Die Angst vor dem eventuellen Fall, die Angst davor, dass niemand einen auffangen wird, so wie das bisher, die Angst vor der Angst, Zukunftsangst, Entfremdung, die Angst vor finanziellen Engpässen. Das läuft alles viel zu gut. Dinge, die das Herz nicht betreffen, all das läuft zu gut, funktionieren zu gut als Selbstläufer, man erwartet irgendeinen Tritt gegen das Schienbein, wie er sonst auch nie ausblieb. Immer dieser Mist in der Prüfungszeit, psychosomatisch bedingte Ausfallerscheinungen, Herzrasen, Panikattacken, Ohnmachtsanfälle, emotionale Ablösungserscheinungen. Müdigkeit bis in die letzte Muskelfaser, totale Erschöpfung. Schon lustig wie sehr man sich scheinbar grundlos selber fast zugrunde richten kann Das schlimmste ist überstanden, bleiben tut lediglich die Angst.

1 Kommentar:

hej. alles, was du sagst, ist wichtig.

ich danke dir.