ich finde es immer wieder bemerkenswert, festzustellen, wie dick die maske, die man vorm eigenen gesicht trägt, schon sitzt. sobald die zimmertür (bestenfalls die wohnungstür) zufällt, schuppt sie sich ab von der haut wie vertrocknete hautschüppchen nach einem peeling und man steht in voller blüte vor seinem eigenen elend. wie man diese fassade wie selbstverständlich schon angelegt hat, wie man eigentlich nie etwas anderes war als tapete und wie man sich, weil man diese zweifel, diese ständigen emotionalen selbstzerstörungen, die eigenen verfehlungen, die ganzen achterbahnfahrten nicht mehr ertragen kann, aus freien stücken aus einem normalen sozialleben, einem normalen sozialgefüge, einem sicherheitsnetz, entfernt, weil man das ende eben dieser schon zur genüge kennt. wenn der boden mal wieder so zerstörerisch nahe kommt, dass man sich täglich in den schlaf weint und nicht mehr aufstehen mag, wenn man weint, weil man all die symptome in den fachbüchern bis zum letzten hin auch erfüllt, weil man verzweifelt klarmachen möchte, dass das, an dem man leidet, mit nichten eine "modekrankheit" ist, sondern eine, die zerstört, die verhindert, dass man grundmauern aufbauen kann und sich letztlich immer wieder selber ins aus schießt. die macht, dass man an sich erstickt und dass man wegen sich nicht mehr aufwachen will, die macht, dass man masken tragen muss, weil man sie sonst erst recht nicht ertragen kann, wenn man nicht in seinen eigenen vier wänden ist. die macht, dass man sich für die zukunft große ziele setzen, große pläne schmieden muss, damit man sich bei der frage "geht es dir gut?" nicht komplett zerschießt vor gedanken darüber, dass man ja eigentlich lügt, wenn man die frage bejaht. man weiß ja, dass es nicht mehr lange dauert bis zur nächsten talfahrt. lange lassen diese talfahrten nicht mehr auf sich warten, mit den jahren werden sie schlimmer, vor allem, wenn man menschen im gespräch klarmachen muss, dass es sich wirklich um eine krankheit und nicht eingebildete eifersüchteleien der älteren schwester gegenüber handelt. aber vielleicht ist das ja so normal. vielleicht muss das so. an sich, an der gesellschaft vergehen, an den eigenen ansprüchen, an der leere, der einsamkeit, an der fassade. vielleicht muss das wirklich so sein.
Schöne Menschen sollten keine Masken tragen. Und ich rede nicht von visuellen Reizen, sondern von der Art wie du schreibst, denkst, fühlst und es in Ästhetik einzuhüllen vermagst, die nur darauf schließen lassen kann, dass dein größter Feind wahrscheinlich die Simplistik deiner Umgebung ist, die deiner Komplexität nicht gewachsen zu sein scheint.
AntwortenLöschenEs gibt Menschen die Masken tragen um wie du zu sein, auch wenn du das bezweifelst, der Schein von Begabung wie du sie wirklich besitzt ist für viele immernoch besser als die eigene Gewöhnlichkeit. Ich bin mir sicher, auch wenn es nach einer Floskel klingt, dass du ohne Maske jeden in den Schatten stellst, denn du selbst bist immernoch überzeugender als du, als alle anderen.