Mittwoch, 25. April 2012

let you taste the texture of my blood, lacking iron

Untitled by smallcutsensations

wenn temporäre glücksgefühle von sonnigen tagen einen doch irgendwie so fesseln, dass man halb gelähmt zum gleichen ergebnis kommt wie beim gefühlsgegenteil. ich bin nicht nur schmerz und leid und das schwarze loch in meinem kopf. bin warm, hell und das lächeln im hinterkopf anderer, lache gern, lache viel, lache mit anderen. ich bin ruhig, sehe meinen augen zu, wie sie ihre farbe wechseln, im frühjahr grün-grau, im herbst blau-grau, leben und sterben manifestiert in der iris.

oft und gerne halte ich mich an begebenheiten fest, die lange zurückliegen, schreibe über sie, erinnere sie, erlebe sie immer wieder. ein sommer in hamburg, gerade achtzehn jahre alt, die eltern gehen immer als pärchen, manchmal hand in hand, über die straßen. in der ubahn ersticke ich fast an einem mentholdrop, deswegen eine kleine panikattacke; wir fahren kreuz und quer durch die stadt und riechen uns durch den hafengeruch in richtung landungsbrücken. ein schwenk durch den park, wir stehen im grün, die eltern sitzen auf einer bank. ich laufe durch den rosengarten und kämpfe gegen meine sonnenallergie, nichts sehen vor lauter licht, der griff zur kamera. über mir viel grün, der wind rauscht, mir ist warm. meine eltern rufen nach mir, es ist zu warm, schritte zurück, vor meine füße fällt ein stückchen braun, ein entferntes schreien, das sich in meine ohren brennt. ein nest, ein vogel, der baum über mir jetzt leer, ein vogelpaar, das nach seinem jungen sucht. der parkwächter, der mir sagt, lass das vieh doch verrecken, ich glaube, er meint das nicht so, er schüttelt den kopf und sagt mit melodisch schwingender stimme, das vieh ist schon verschmort, wenn du wiederkommst. resignierter gang zurück zum schreien in der sonne, jetzt leiser. meine eltern, die mich weiterziehen, mich hat das sehr getroffen. heruntergefallene nester, merkwürdig schlechte erinnerungen. als wäre ich gelegentlich auch so ein vogel, der aus dem nest gefallen ist. einer, den man in der sonne zurücklassen wollte, diffuse assoziationen.

ich bin nicht nur schmerz und leid und das schwarze loch in meinem kopf. ich bin warm und hell und kann ruhe streuen. dafür brauche ich einen ort mit viel licht, einen, den ich spiegeln kann. morgenlicht, blaue stunde, abendlicht, die verirrten weißen punkte, die über die netzhaut tanzen. das licht in dem ich sitze, mag ich zu gerne teilen, nur setzt sich niemand zu mir. menschen, die die tür aufmachen und in mein leben treten wollen, die, die sich herantasten, die, denen ich oft nichts entgegnen kann, weil ich nicht weiß, wie ich sagen soll, dass ich sie gerne in meinem leben haben will. weil sie mir gut tun, weil ich sie ganz gut in meinem leben gebrauchen könnte, weil ich positive reibungspunkte will, weil ich im herzen ein bisschen brennen will. um innerlich zu wachsen, um eine runde mein leben zu teilen. dann oft dieses misstrauen, die vermutung: das ist alles nur ein trick. wer sollte schon in meinem leben bleiben wollen, wenn er das schwarze loch in meinem kopf gesehen hat? meine oberannahmen müssen ausgemergelt werden. ich bin warm und hell und kann oft mehr geben, als ich bekomme. alles zu seiner zeit. every heart I ever met pulsates through my veins.

1 Kommentar:

  1. "ich bin nicht nur schmerz und leid und das schwarze loch in meinem kopf. ich bin warm und hell und kann ruhe streuen."

    ich mag das. das ist ein gedanke, den man behalten. nicht vergessen sollte. ich denke auch oft: hey, ich bin hier. ich mag euch. kommt her! aber dann merke ich, wie die menschen, die da sind oder mal da waren, von mir wegdriften, weil ich in meinem zimmer, in meinem kopf sitze. aber ich will es versuchen und im moment geht zumindest nicht alles schief, was das angeht. nur manches (--> was mich irritiert).

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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.

ich danke dir.