für immer die menschen, eine fragmentfortsetzung.
ich gestehe dir, dass ich vergessen habe, wie es ist, gerade zu stehen; schlichtweg, weil das sich abstützen, das gebeugte sitzen, so viel mehr sinn macht und ich verrate dir, dass ich mich gerade wieder aufrichte und dass es mich schmerzt, gelegentlich, nicht immer. du sagst dann etwas in richtung dir komme das bekannt vor. die blaue stunde halte ich dir in meinen handflächen vor die nase, du schaust mich fragend an. das kommt aus mir, das ist in mir, das ist melancholie, damit lebst du, damit lebe ich, damit zu leben ist gelegentlich schwer, aber wieso muss man alles immer an seine angst koppeln? du weißt nicht, was du mir dazu sagen sollst, ich lege eine hand auf deine brust, eine hand auf deine lenden und schiebe deinen rücken gerade, es strengt an, findest du, ich nicke, ich kenne dieses gefühl. ich richte mich ebenso auf, es tut mir weh. das ist nötig, sage ich, erinnere mich dabei wieder an meinen anfangswunsch, meine hoffnung, dass du bei mir nach dem rechten schauen würdest, verwerfe sie, krame sie dann letztendlich doch wieder permanent heraus, lasse sie wie einen immer warmen becher voller heißer schokolade neben mir stehen und denke an den geruch deiner haut, den ich immer noch in meiner nase habe.
ich weiß nicht, wo du sie auf einmal hergeholt hast, aber du schaust dir mit leidenschaft bilder von einem gestern, einem damals, einem vergangen an, einem, das seine spuren an dir hinterlassen hat, spuren, die ich kenne und in mir selbst trage; all die widerhaken, von denen wir schon vor einiger zeit geredet hatten, halten mich nicht auf, ich trage sie selber in mir, wie ich es dir schon so oft gesagt habe; die vermutung, dass du dich an diese gespräche nicht mehr erinnern kannst und dann meine angst, dass mir alles durch die finger gleitet, ähnlich wie fließendes wasser oder wie der sand in einer sanduhr, wie alle konstrukte. wie zeit, wie epochen, wie raum, wie kultur, wie meine worte, überhaupt meine sprache. wie ich alles hinterfragen muss, weil ich sonst keinerlei greifbaren anhaltspunkt mehr habe für das, was tatsächlich existiert. es ist alles nur im kopf entstanden, könntest du mir sagen, eine leidenschaft für vergangenes voraussetzend. und dann meine bestimmtheit, meine etwas forsch klingende stimme, wenn ich sage ich habe nicht jahrelang auf dich gewartet, um dich an deine vergangenheit und deine ängste zu verlieren und dein erst gleichgültiges, dann berührtes, dann verstörtes, dann nachdenkendes herz.
du sitzt im kalten, ich habe hinter mir die badezimmertür zugezogen, aber nicht abgeschlossen und dusche so heiß, dass mir vor hitze eine gänsehaut den körper hochsteigt, dann fängt es an zu brennen. rote stellen, striemen in haarform, meine haut so weich wie du es vorher von niemandem kanntest, nicht wundgelebt, nicht vergangen an dem gestern, vorgestern, vorvorgestern. neu aufgeblüht, gestärkt, nur für deine hände und schlangenbeine durchlässig, durchsichtig, sie dampft, als ich wieder in mein zimmer trete, um deine gegenwart wissend, und ihr geruch zieht, ähnlich wie du, wie ein liebevoller sturm, der sich schon lange nicht mehr aufhalten lässt, in deine richtung.
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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.
ich danke dir.