Donnerstag, 29. November 2012

dream me, oh dreamer



für immer die menschen, eine fragmentfortsetzung.

Das sind die Kerben, die in ein paar Jahren nach Charakter aussehen, die, die man auch nicht mehr wegfräsen kann, dazu müsste man die Dielen komplett austauschen, dann könnte man eigentlich gleich schon die gesamte Wohnung neu einrichten. Ich fahre durch die Schnitzer im Boden, mal mit dem Nagel, mal mit den Fingerkuppen, finde nicht, dass man diese Zwischenräume wieder ausfüllen müsste. Sie stehen so im Kontext wie die Interferenz von dir und mir und allem, was auf dich und mich einprasselt, gelegentlich ist es Regen, dann ein Blizzard, an manchen Tagen ist es die Sonne, Nebel oder direkt eine Bahn Wasser aus dem Wasserhahn.
Meine Augen drücken, das ist wohl die Ratlosigkeit, das ist wohl das Ausbleiben, die Abwesenheit, meine Hände dort, wo deine Haut die Laken gewärmt hat, die Erinnerung daran, was ich immer sagte und sage und sagen werde, neben dem Bett liegen Abzüge, der wachsende Stapel aus Büchern, die ich wohl doch nie lesen werde. Da drüben geschriebene Worte, das sind deine, sie sind Monate alt, ich hebe sie auf.
Du hast ein paar Kerben vor dir, deine Hände fahren die Widerhaken nach, du schneidest dich an altem Stacheldraht, der dabei ist, zu verrosten, er schneidet mal mehr, mal weniger, er ist noch da, aber die Tage bewirken, dass du dich immer weniger so richtig daran erinnerst. Bei dir stehen keine Blumen auf dem Fensterbrett, keine, die du so gießen musst wie die bei mir, da ist auch keine Waschmaschine, die du anstellen musst. Da ist deine Essenz, das ist das, was eigentlich immer noch auf dem Stuhl neben meinem Fenster sitzt, während ich noch deine Hände in meiner Haut spüren kann. Aus der Wochenzeitung, die ich abonniert habe, aber nie lese, würde ich mit dir gerne die unwichtigen Worte streichen, damit das, was wir uns versprochen haben, als einziges übrigbleibt.

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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.

ich danke dir.