Samstag, 15. Dezember 2012

blind







Das bin ich und ich schlafe nur noch mit Heilpflanzentabletten ein, schweißgebadet nach Alpträumen und kürzester Zeit aufwachend, das bin ich ebenso - das dazwischen, das bin ich auch, also das defragmentierende Ich, das seit einigen Tagen nicht mehr richtig Ruhe finden kann und wie ausgelaugt vor sich hinvegetiert. Alles hat sich totgelaufen, letzte Woche der Schock nach Worten meiner Therapeutin und dem »immer noch«, das sie dahintersetzte, aber da rankt nichts mehr in meine Richtung, gar nichts mehr, nur etwas in rudimentären Versuchsreihen, die nach wenigen Millimetern absterben.
Das und das, dieses und jenes, das bin ich nicht, das habe ich nicht, aber genau das wird gesucht. Die Leerstelle zwischen dem gesuchten und dem, was ich geben kann, wieso muss mich das so jagen?
Das ist kein Wackelkontakt, das ist jemand anderes, jemand für den man all das machen will, was bei mir nicht sein darf. Noch eine mir abgenommene Entscheidung, in Gedanken ein Zitat von Goethe. Das Lernen, nichts davon als Unzulänglichkeit zu sehen, ein Ansatz. Es bleibt die bittere Medizin eines »jemand anderes schon, aber du bist das alles nicht wert«.
Wie das Hinfallen auf Eis, wenn man weiß, wie man aufschlagen wird, kein Schutzreflex, das Gefühl von Kälte im Rücken. Das letzte Mal, nach der Explosion, mein sich-wieder-Aufrappeln, ich bin sogar schon wieder weitergelaufen, dann war da plötzlich diese Hand an meinem Handgelenk, erst sachte, dann auf einmal rabiat, bis in meiner eigenen kein Blut mehr war. Und dann der Versuch, weiterzugehen, gescheitert. Ich werde wieder krank, kein Hunger mehr. Diesmal bleibe ich liegen, bis ich überall verschwunden bin, noch nicht einmal mehr eine Druckstelle bin, der Anfang ist gemacht, den Atem hat es mir ja schon verschlagen, da hilft noch nicht einmal mehr das Verbrennen der Haut mit zu heißem Duschwasser.

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