Montag, 17. Dezember 2012

I never told anybody that I sometimes faint



Kurze Nacht, den Abend zuvor unter Freunden verbracht, die Nasennebenhöhlen trotzdem zu. Im Schlaf wandert das darin schmerzhaft von der einen auf die andere Seite. Das Annehmen des Rates meiner Freunde, diesmal zu einem Arzt zu gehen, bei dem man das Gefühl bekommt, man wird respektiert. Es funktioniert. Die Ärztin fragt mich nach der Krankengeschichte meiner Eltern, dann das Thema Therapie. Komisch, ich bin immer noch bei Sinupret und viel Tee, aber da ist viel mehr Respekt, als ich es gewohnt war mit meinem ganzen Drumherum. Ich bekomme die Frage gestellt, ob ich Angst vor dem Tod habe. Ein kurzes Nachdenken, eine relativ einfache Antwort: nein, nicht vor meinem eigenen.
Ich soll mich schonen und ich stelle mir die Frage, wie genau ich das machen soll.

dreiundzwanzig
Die übliche Einstiegsfrage, mein mittlerweile normales hilfloses Lachen dazu. Dann mein sich verknotender Brustkorb, als ich sage »ich hasse es, wenn man Entscheidungen für mich trifft.« Zwar sage ich es nicht, aber ich denke an die Zeit in der Schule, als man mich »dumm« genannt hat, dann mein Gedanke an meinen IQ und das jahrelange Niedermachen, Entscheidungen-treffen für mich.
Wir nehmen das »du bist nicht gut genug« auseinander, das sich Samstag Vormittag in meinen Kopf geätzt hat, ersetzen das gut mit anderen Adjektiven und suchen nach objektiven Argumenten, die diese These unterstützen. Ich blättere das alles auf, dann ein feststellen, dass das letztlich alles nicht gegen mich spricht. Meine Therapeutin erzählt von verschiedenen Wertesystemen, welche davon man annimmt. Ich denke daran, dass ich vielleicht zu stark und zu wichtig und deshalb nicht gut genug bin. Ein Verwerfen dieser Argumentation, meine Therapeutin nickt. Ich sage, dass ich doch alle meine Schwächen offenlege, sie sagt, dass das auch eine Stärke sei. 
Ich bekomme eine Hausaufgabe. Weitere Stärkung von Noah. Und, zusätzlich, während der Feiertage tun Sie mal ausschließlich, was Ihnen gut tut, und sei es nur einmal in ihrem Leben, aber machen Sie, was gut für sie ist - und wenn Sie sich dabei ertappen, Dinge zu tun, die Ihnen nicht gut tun, denken sie an mein Mh-mh.
Das schlimmste danach war eigentlich eher die Frage nach dem ’wie macht man das?’
Danach der Gang in den Supermarkt, in dem ich das letzte Mal im April war, wo ich einen meiner Dozenten traf und mir das so unangenehm war, dass ich den Laden verließ. Heute steht davor einer dieser Wagen, die ich noch von früher kenne, mein Vater und ich haben dort oft Brathähnchen gekauft, gelegentlich hat er mir auch einfach nur so ein vor Fett tropfendes halbes Hühnchen mitgebracht und mir ans Bett gelegt. Weil ich mehr essen sollte, ich sei ja so dünn. Der Hühnchenverkauf riecht immer noch genauso wie vor zehn Jahren. Im Nachhausefahren das Vorbeikommen an einem Haus, auf dem steht »Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.«

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hej. alles, was du sagst, ist wichtig.

ich danke dir.