das wetterleuchten zieht sich durch die wohnung - wie vielen wohl bewusst ist, dass die tage wieder dunkler werden - es rumpelt und brummt, fast so ähnlich wie das, was in meiner brust auf und ab springt. gedanken an letzte woche:
zwei
diesmal sind wir in einem anderen raum, vorher fällt mir auf, wie die anderen im wartezimmer merkwürdig in unsere richtung schauen, weil wir uns so gut verstehen. diesmal sitze ich im licht, starre in richtung uhr und tür. die regelmäßigen fragen: wie geht es ihnen, wie war ihr tag. ich weiß nicht genau, wie ich die erste frage beantworten soll und gehe gleich zur zweiten über. meine aufkeimende angst vor dem ende der sitzung, sie hatte ja angekündigt, worum es gehen würde. es ist sehr theoretisch, wir reden über das vulnerabilitäts-stress-model, sie führt bildlich aus, was das bedeutet, sie zeichnet einen nährboden, meine vulnerabilität, der aus erlebnissen und biologischen faktoren besteht, der für jeden anders ist. sie erklärt mir, was sie meint, sie lässt ein samenkorn auf diesen nährboden fallen, der ansonsten mit wiese und blumen und harmlosen pflanzen besiedelt ist - sie nennt es das ich und lächelt dabei. auf ihnen wächst ein besonders schöner garten. dieses samenkorn, sie nennt es depression/sozialphobie, fährt jedoch tief in den nährboden ein und überschattet zunehmend den garten. es reiche nicht zu, die symptome zu bekämpfen, jemanden nur wieder zum funktionieren zu bringen, man müsse die wurzeln aus dem nährboden nehmen, sonst kommt das, was man abgeschlagen hat, immer wieder zurück und der garten sterbe ab. wie sie das sagt, muss ich schlucken. der vergleich erinnert mich an etwas, was wir mal in der oberstufe besprachen, mich trifft es diesmal aber im kern. vielleicht, weil ich darüber bisher kaum gedanken verschwendet hatte. ich schlucke den kloß in meinem hals herunter.
es geht dieses mal nun also darum, was meinen nährboden ausmacht, all die kieselsteine und grundannahmen, die dazu führen können, dass sich eine depression/sozialphobie festsetzen kann. mir fällt es schwer, das alles auszuformulieren, ich merke, wie wir an die wurzeln des schwarzen lochs in meinem kopf gehen. im nachhinein erinnere ich mich kaum an meine worte, auch wenn sie mir das, was ich aufgeschrieben habe, mitgibt. irgendwann ist die stunde vorbei, es kommt mir mal wieder so vor, als hätten wir gerade erst angefangen, miteinander zu reden. sie fragt mich, was so in nächster zeit passiert, ich erzähle ihr davon. am ende war meine angst vor dem ende der sitzung unbegründet, ich glaube, es geht mir gut. sie drückt mir noch etwas in die hand, etwas zum lesen und etwas, das mir bei entspannungsübungen helfen soll.
ich gehe, sie ruft mir hinterher. behalten sie ihr lächeln.
Ich will etwas dazu sagen, aber ich weiß gar nicht so genau, was. Ich glaube, der Text hat ein gutes Gefühl bei mir hinterlassen.
AntwortenLöschenhab mich gerade mal so in deinen blog verliebt♥
AntwortenLöschenhttp://one2this.blogspot.de/